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Laborarbeit hängt davon ab, dass Konzentrationen stimmen - ein kleiner Fehler kann das ganze Experiment ruinieren. Molarität verbindet Stoffmenge (mol) mit Volumen in Litern und ist daher eine praktische Einheit. Dieser Leitfaden erklärt M = mol/L und M1V1 = M2V2, Massenzu‑Mol‑Umrechnungen, typische Labor‑ und Haushaltslösungen sowie Beispiele aus Medizin, Pooltechnik und Reinigungsmitteln. Dazu gibt es Tricks und eine Übungsaufgabe.
1Molarität: Definition und Kernformeln
Molarität (M) ist die Zahl der Mol eines gelösten Stoffes pro Liter Lösung: M = mol / L. Um Masse in Mol zu verwandeln, benötigen Sie die molare Masse (g/mol). Masse-Formel: Masse (g) = M × molare Masse × Volumen (L).
Grundformel: M = mol/L
Schreiben Sie M = n / V, wobei n Mol und V Liter sind. Beispiel: 0,5 mol in 1 L ergibt 0,5 M. Bei mmol oder mL zuerst in mol und L umrechnen.
Masse ↔ Mol Umrechnung
n (mol) = Masse (g) / molare Masse (g/mol). Dann M = n / V. Beispiel: Für 0,1 M NaCl in 0,25 L: Masse = 0,1×58,44×0,25 = 1,461 g.
2Verdünnungen: Planung und Berechnung
Verdünnung verbindet eine konzentrierte Stammlösung mit der finalen Arbeitslösung über M1V1 = M2V2. Das ist im Kern Stoffmengen‑Erhaltung; verwenden Sie konsistente Einheiten (Liter).
M1V1 = M2V2 erklärt
M1V1 = M2V2 heißt: Konzentration₁×Volumen₁ = Zielkonzentration×Endvolumen. Nach V1 auflösen: V1 = M2V2 / M1. Beispiel: 250 mL 0,1 M aus 1,0 M: V1 = 25 mL.
Vorbereitung und Umgang mit Stammlösungen
Bereiten Sie 1 M oder 10× Stammlösungen vor, beschriften Sie sie. Für sehr kleine V1-Werte kalibrierte Pipetten benutzen oder eine Zwischenstufe herstellen.
3Gängige Labor-Konzentrationen und Praxisbeispiele
Häufige Werte: 1 M, 0,1 M, 0,01 M; physiologische Lösungen (0,154 M NaCl); Haushaltsprodukte oft % w/v oder v/v. Vertrautheit mit typischen Zahlen hilft Fehldeutungen zu vermeiden.
Typische Puffer und Konzentrationen
Biochemische Puffer sind oft 0,01–0,1 M. Physiologische Kochsalzlösung ≈ 0,154 M NaCl (0,9% w/v). Agarose‑Gele typ. 0,5–2% w/v.
Medizin, Pool und Reiniger (Praxis)
Medizin: IV‑Lösungen und Arzneimittelvorbereitung verlangen genaue Molaritäts‑Berechnungen. Pool: freies Chlor in ppm; 1 ppm ≈ 1 mg/L. Reiniger: Haushaltsbleiche 5–6% NaOCl, Umrechnung in Molarität braucht Dichte und molare Masse.
4Häufige Fehler, Qualitätssicherung und ein bekannter Fall
Einheiten‑ oder Rechenfehler können Versuche zunichte machen. Verwechselte Einheiten, fehlende Umrechnung von mmol zu mol oder das Ignorieren von Hydraten sind typische Probleme. Verwenden Sie Prüfschritte.
Drei häufige Laborfehler
1) mL statt L verwenden (1000× Fehler). 2) % w/v mit Molarität verwechseln. 3) Sehr kleine Volumina falsch pipettieren. Diese Fehler zeigen sich systematisch; prüfen Sie mit einer zweiten Rechnung.
Eine teure Umrechnungs‑Geschichte
Der Mars Climate Orbiter (1999) ging verloren, weil verschiedene Teams unterschiedliche Einheiten nutzten. Das ist kein Molaritätsfehler, aber ein eindringliches Beispiel dafür, wie kleine Umrechnungsfehler große Folgen haben können.
5Praktische Tricks, Beispiel und Kontrollschritte
Konvertieren Sie stets in Basiseinheiten, schreiben Sie die Gleichung auf, setzen Sie Werte mit Einheiten ein und prüfen Sie die Größenordnung. Halten Sie molare Massen griffbereit.
Kopfrechen‑Tricks
mol/L ↔ mmol/L: ×/÷1000. Grobe Prüfung: 0,1 M eines 58 g/mol Salzes in 1 L ≈ 5,8 g. ppm ≈ mg/L für verdünnte wässrige Lösungen.
Rechenbeispiel: 250 mL 0,1 M NaCl herstellen
Ziel: 0,1 M, V = 0,25 L. Masse = 0,1×58,44×0,25 = 1,461 g NaCl. Alternativ aus 1,0 M Stock: V1 = 0,1×0,25/1,0 = 0,025 L = 25 mL Stock, mit Wasser auf 250 mL auffüllen.
Ein gutes Verständnis von Molarität und Verdünnungsrechnungen macht Experimente besser reproduzierbar und hilft, Fehler früh zu finden. Behalten Sie M = mol/L und M1V1 = M2V2 im Kopf und arbeiten Sie in SI‑Einheiten. Nutzen Sie die verwandten Umrechner auf der Seite (Gramm↔Mol, Liter↔Milliliter) zum schnellen Prüfen von Berechnungen; das spart Material und Zeit.


